Ein Stadion voller Comedy-Fans - 11 Juli 2008
Am 12. Juli war Rekord-Richter Olaf Kuchenbecker im Olympiastadion Berlin um den Rekordversuch von Mario Barth für das größte Live-Publikum eines Comedians zu verifizieren.
Nun war ich innerhalb von sechs Wochen bereits zum zweiten Mal auf dem Weg zur architektonisch beeindruckenden Kulisse des Berliner Olympiastadions. Diesmal galt es fast 70.000 Fans in Augenschein zu nehmen – keine leichte Aufgabe. Glücklicherweise war alles vorher gut mit dem Veranstalter besprochen, der eine elektronische Eingangskontrolle organisiert hatte, deren Auswertung am Ende vorliegen sollte.
Bereits auf dem Weg zum Stadion war die Dimension des Rekordversuchs greifbar: Zahlreiche abgesperrte Straßen, zum Eingang pilgernde Fans und Autoschlangen machten das Vorankommen zur Geduldsprobe. Nur gut, dass ich akkreditiert war und auf mich ein Parkplatz innerhalb des Stadiongeländes wartete.
Nach der Ankunft und einem schier endlos erscheinenden Weg durch die Katakomben wurde ich zum ersten Mal ins Stadion geführt. Obwohl die letzten Proben noch liefen, füllte es sich zusehends. Ganz anders als beim letzten Mal, als knapp 123.000 Bilder auf den Rängen ausgelegt waren, war es schon jetzt auch ohne die Beschallung Ohrenbetäubend. Wie das Summen eines übergroßen Bienenstocks drang die Geräuschkulisse der Fans zu meinem Aussichtspunkt in den oberen Rängen – viel versprechend! Als später der Künstler den Einpeitscher gab und mit den Fans La-Ola-Wellen und typische Fußball-Gesänge probte, war der Geräuschpegel unwahrscheinlich und Gänsehautverdächtig. Besonders beeindruckend: Der Schalldruck entsprach absolut dem optischen Eindruck. Nahezu jeder zur Verfügung stehende Platz auf den Rängen und vor der Bühne im Rund des Parketts war besetzt. Doch wer dachte das Comedy-Programm würde nun beginnen hatte sich getäuscht. Zunächst gab es ein umfangreiches und gutes musikalisches Rahmenprogramm, was die Stimmung im Rund schon einmal beflügelte. Besonders gut gefallen haben mir Silbermond, die aufgrund einer gegen Mario verlorenen Wette nun ein von ihm ausgesuchtes Programm spielen mussten. Und er „quälte“ sie wahrlich mit den Perlen deutscher Partymusik, von „Wahnsinn“ bis „Holzmichel“ war alles dabei, was in diesem Kontext Rang und Namen hat. Ein gelungener Auftakt.
Und endlich war es soweit: Der Künstler hatte seinen großen Auftritt. Vor einer dem Rahmen angemessenen Bühnendekoration, eine Art übergroße Christo-Version des Brandenburger Tors spielte er sein Programm. Obwohl ich es schon einige Male gesehen hatte, war es wieder großartig. An dieser Stelle muss ich mich wohl als Mario-Barth-Fan outen. Allen Kritikern die damit nichts anfangen können sei empfohlen: Geht eine Beziehung ein, dann wisst Ihr, wovon der Mann spricht!
Nach Ende der Veranstaltung dauerte es dann doch noch ziemlich lange, bis die Auswertung der Eingangskontrolle vorlag: Am Ende waren es exakt 67.733 Zuschauer, die an diesem Abend mit ihrem Idol den Weltrekord geknackt hatten – Herzlichen Glückwunsch an alle!